Dionne Warwick sang Lieder, die jeder in jedem Alter kennt. Ihr Namen hingegen ist nicht jedem bekannt. Und nach all den Jahrzehnten im Rampenlicht ist sie als Künstlerin immer noch nicht am Ende. Denn die 70-Jährige ist stimmlich und musikalisch unverändert äußerst vital.
Nachdem man in der Stadt an der Salzach gut zehn Jahre um sie gebuhlt hatte, willigte sie für die diesjährige Ausgabe des Salzburger Jazz-Herbstes endlich ein. Im ausverkauften Großen Festspielhaus erwies sich das Publikum dafür würdig und dankbar.
Vor der großen Diva kam aber erst einmal eine kleine. China Moses, die Tochter von DeeDee Bridgewater, überzeugte mit ihrem Repertoire aus alten Gassenhauern der Grandes Dames der Jazz- und Blues-Musik. Ob Dinah, Bessie, Esther oder Mamie, China vereinte Tribut mit Individualität. Ihre Bühnenpräsenz, ihr Humor und ihre stimmliche Potenz wusste das Publikum zu schätzen und bewegte sie außerplanmäßig zu einer Zugabe. Eine großartige Entdeckung! Sie hat viel vor sich.
Dann kam Dionne Warwick. Was lässt sich über eine Frau sagen, die ohne Übertreibung als die wahre "Queen of Pop" bezeichnet werden könnte? Sie sang ihre größten Hits. Ganz liebevoll und stimmgewaltig gelangen vor allem "Alfie" (siehe Video) und "I'll Never Love This Way Again". Sie forderte recht humorvoll das Publikum zum Mitsingen auf, was nicht immer gelang, bestand es doch zu einem großen Teil aus Melomanen, die sonst auch im Klassikkonzert sitzen. Aber auch solche, die noch nie in diesem Klassiksaal waren, befanden sich darunter.
Natürlich musste das Repertoire des Abends Lücken lassen. Die allergrößten Hits wie die bereits erwähnten oder auch "Heartbreaker", "Do You Know The Way To San José" oder "I Say A Little Prayer" blieben aber nicht aus.
Schon nach "I'll Never Love This Way Again" erhob sich das Publikum, um es dann nach dem letzten Titel "That's What Friends Are For" in Geschlossenheit erneut zu tun. Die geforderte Zugabe gab es nicht, aber welch ein gelungener Abschluss eines rundum gelungenen Konzertabends!

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