Beth Ditto und ihre Band Gossip hatten schon gewonnen, bevor sie die Bühne betraten. Dank der starken Sympathien für die Frontfrau war die Stimmung und Vorfreude in der Leipziger Arena am Samstagabend auf einer erdenklich hohen Niveau. Die Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Sie wurden vielmehr übertroffen.
Die Band sorgte für die gute Atmosphäre, aufgrund derer viele im Publikum hergekommen waren. Mit gut sitzender Stimme und Abendgarderobe sang sich die Sängerin durch das tanz- und röhrfreudige Band-Repertoire. Dazwischen präsentierte sie auch den Gassenhauer "What's Love Got To Do With It", den einst die Rocklegende Tina Turner in alle Wohnzimmer sang. An diesem Abend sang das ganze Publikum mit. Genre-Grenzen erfolgreich verwischt.
Aber auf ein Lied waren natürlich alle am meisten gespannt: den größten Hit der Band, "Heavy Cross". An diesem Punkt war Beth stimmlich schon ziemlich mitgenommen, aber gab sich souverän und mit dem Publikum interagierend. Die Kommunikation ging übrigens den ganzen Abend über auf Deutsch vonstatten. Bemüht und redundant, aber sehr amüsant und sympathisch.
Am Schluss, als die Band schon die Bühne verlassen hatte, bot Beth Ditto acappella noch ein Schmankerl. Sie sang "I Will Aways Love You", den größten Pop-Song aller Zeiten, in der Version von Whitney Houston – auch hier die Kehlen des Publikums in ihrem Element. Nicht ganz so mächtig wie die Pop-Chanteuse, aber wie von Anfang bis zum Schluss liebenswert. Eine Verbeugung. Von Beth. Und Für Beth. Sollte irgendwann ein weiteres Konzert in Leipzig folgen, wird es mit Sicherheit genauso ausverkauft und belebend sein.

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