Sonntag, 4. April 2010

Kurzkritiken 13/2010

Kurkritiken: "Gomidas Songs" von Isabel Bayrakdarian, "Sentir" von Yasmin Levy, "Still Standing" von Monica, "Human" von Brandy

Von nun an gibt es eine neue Rubrik im Blog der Lieder, die der Kurzkritiken. Vorgestellt werden Alben, die in meine wöchentliche Top 5 aufgenommen werden, hier aber nicht ausführlich besprochen wurden. Eine zukünftige Langrezension ist aber nicht ausgeschlossen.

"Gomidas Songs" von Isabel Bayrakdarian: Die armenische Nachtigall widmet such auf ihrem Rezital aus dem Jahre 2008 dem Vater der Klassischen Musik des armenischen Volks Komitas (auch: Gomidas) Vardapet. Sie singt einige seiner schönsten Lieder, die an Armenien, an den Orient erinnern, vom stolzen Volk erzählen. Die luftige Gesangslinie und die Seelenfülle der Lieder sind für die in Kanada lebende Sängerin kein Problem. Auch wenn man kein Wort versteht, sie weiß, mit dem Zuhörer zu reden und ihm die Botschaft unmissverständlich nahezubringen. Einer der besten Liedsoprane unserer Tage. Hier beweist sie es wieder einmal.

"Sentir" von Yasmin Levy: Auf ihrem vierten Studioalbum bleibt sich die israelische Sängerin Yasmin Levy treu. Wieder einmal gibt es eine Mischung aus ladinischen Volksliedern, Selbstgeschriebenem und Coverversionen populärer Welthits, alles angehaucht mit Flamenco. Diesmal covert sie zum Beispiel Leonard Cohens Nervennummer "Hallelujah", auf Spanisch natürlich, man will es gar nicht mehr hören und tut es doch gerne. Ihr Duett mit ihrem verstorbenen Vater und Musikforscher auf "Una pastora" ist der Höhepunkt des Werkes. Nicht ihr bester Wurf, aber einer Yasmin Levy allemal würdig. Ihre ausdrucksstarke Stimme und die intensive Instrumentierung tun ihr Übriges.

"Still Standing" von Monica: Ihr erstes Studioalbum seit vier Jahren und nach einer Mutterschaftspause bringt Monica wieder an die Spitze der amerikanischen R&B-Charts. Verdient hat sie es. Sie liefert eine solide, moderne Platte ab. Sie kann mit Ohrwürmern von Missy Elliott brillieren ("Everything to Me") und ihre wunderschöne Stimme bei ruhigeren Nummern ("Stay or Go") zur vollen Geltung bringen. Die von Whitney Houston beeinflusste Sängerin ist endgültig zur erwachsenen Frau geworden, hat das Softporno-Image abgestreift und wird hoffentlich auch in Europa damit Erfolg haben.

"Human" von Brandy: Das bisher letzte Studioalbum der Schauspielerin und Sängerin Brandy aus dem Jahr 2008 war leider in großem Stile gefloppt, dabei ist ihr ein gutes Album gelungen. Mit ihrem Stammproduzenten Rodney Jerkins ("It's Not Right But It's Okay" von Whitney Houston) hat sie einige Ohrwürmer parat. Ihre sandpapierrauhe Stimme fügt sich stimmig in das Gesamtbild und stellt eine erwachsene Fraue, die ine rster Linie nur Mensch ("Human") ist. Anspieltipps: "The Definition", "Long Distance" und "Fall".