Mittwoch, 29. Juli 2009

Kein Seidenteppich, aber Persien

Neuerscheinung des Monats: Händels „Xerxes“ unter Brian Priestman (1965, Westminster/Deutsche Grammophon)

Es ist immer noch Händel-Jahr und es gibt immer noch viel zu entdecken von dem großen Komponisten aus Halle. Selbst wenn es sich bei den Entdeckungen um alte Funde handelt. So bei der vorliegenden Aufnahme. Hierbei handelt es sich um eine 1965 im Wiener Konzerthaus aufgezeichnete Aufnahme der Händel-Oper Serse (dt. Xerxes). In italienischer Sprache wohlgemerkt.

Die Besetzung weist keine Stars auf, wenn man die Sänger nach ihrem damaligen Status beurteilt. Natürlich ist rückblickend die damals blutjunge Lucia Popp ein großer Stern in der Opernwelt. Damals war sie aber noch recht unbekannt und absolvierte ihre ersten Karriereschritte in Wien.

So ist das Ensemble insgesamt auch recht unauffällig. Niemand ragt wirklich heraus. Keiner fällt aber auch im Vergleich zu den anderen markant ab. Es ist keine Frage, dass Lucia Popp durch Namen und ihr unverwechselbares Timbre heraussticht, aber weniger durch ihre Interpretation und Musikalität. Unter ihrem ersten Ehemann Georg Fischer hat sie damals deutlich prägnantere Aufnahmen von Händel-Arien abgeliefert. Dennoch ist die Farbe, die sie in die Oper einbringt, sozusagen eine glockenhelle Deckfarbe, und die sich durch das Werk zieht, eine, die dem Hörer in Form der Xerxes-Tochter Romilda Freude bereitet. Anspieltipp: „Se l’idol mio rapir mi vuoi“ (1. Akt, 14. Szene).

Die kanadische Altistin Maureen Forrester ein technisch souveräner, aber etwas fahler Xerxes, König von Persien. Ihre Version von „Ombra mai fù“ kann nicht gegen die großen Aufnahmen dieser Arie ankommen. Sie hat eine nicht allzu dunkle Stimme, im Timbre verwechselbar, aber im Großen und Ganzen eben nicht schlecht. Anspieltipp: „Se bramate d’amar chi vi sdegna“ (2. Akt, 4. Szene).

Mildred Miller als versprochene Gattin des Xerxes, Amastre, hat einen angenehmen Mezzosopran, ist aber nicht weiter auffällig. Anspieltipp: „Or che siete, speranze, tradite“ (2. Akt, 1. Szene).

Ähnlich verhält es sich mit dem Vasall des Xerxes, Ariodate, der von Thomas Hemsley in etwas doch arg gepoltertem Bariton-Ton gesungen wird.

Sehr schön dagegen ist der Mezzo von Maureen Lehane, die den Bruder des Xerxes, Arsamene singt. Mit rundem und Ton kann sie auf voller Linie überzeugen. Eine beachtliche Entdeckung dieser Aufnahme, wenn auch sie nicht so stark ist, dass man sie nicht mehr vergessen möchte. Anspieltipp: „Sì, la voglio, e la otterò!“ (2. Akt, 9. Szene)

Die Schwester der Romilda, Atalanta, wird von der Sopranistin Marilyn Tyler interpretiert. Mit etwas gequetschtem Ton, aber doch sehr liebevoll und mit lustvollem Zittern in der Stimme. Anspieltipp: „Un cenno leggiadretto“ (1. Akt, 25. Szene).

Elviro, der Diener des Arsamene, wird vom englischen Baßbariton Owen Brannigan verkörpert. Viel zu singen hat er nicht, was er ordentlich, aber doch sehr buffonesk macht. Kein Anspieltipp.

Das Orchester ist – wäre für die damalige Zeit auch sehr außergewöhnlich – kein historisches Orchester. Doch musiziert das Vienna Radio Orchestra (Wiener Rundfunkorchester) und der angeschlossen Chor sehr vergnügt, wenn auch im Klang etwas an Hollywood gemahnend. Brian Priestman hält die Fäden gekonnt in der Hand, kann daraus leider aber keinen Seidenteppich stricken. Insgesamt eine sehr interessante Aufnahme für Nostalgiker. Ansonsten gibt es sicherlich bessere, gesanglich und musikalisch aufregendere Aufnahmen.

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Die auferstandene Pop-Königin

Rezension des neuen Whitney-Houston-Liedes „I Look To You“

"Auferstanden aus Ruinen“, schrieb Johannes R. Becher in der Hymne der DDR. Könnte man dieses Bild auf Menschen übertragen, dann würde es für eine Person – Faust aufs Auge – zutreffen: Whitney Houston. Die Diva, die eine ebenso einmalige Stimme wie Karriere besitzt, hat in den letzten Jahren durchaus Schlagzeilen gemacht. Leider aber mit ihrem Privatleben und nicht mit ihrer Musik. Doch jetzt scheint sie alle Probleme hinter sich gelassen. Ihren Ex-Mann Bobby Brown. Ebenso wie ihre Drogensucht. Nun widmet sie sich dem, wofür sie die Welt geliebt hat und nie aufgehört hat, zu lieben: Sie singt wieder.

Das erste Lied, das die Welt ganz offiziell vom neuen Album „I Look To You“ (VÖ: 28. August 2009) hören darf und dazu noch kostenlos (siehe: [whitney-media]), ist die Titelnummer. Das Stück, das von R. Kelly geschrieben und von Tricky Stewart und Harvey Mason, Jr. produziert wurde, ist eine spirituelle Ballade, die ganz klar die Handschrift von Kelly trägt. Whitney Houston singt davon, dass sie einiges durchleben musste, vieles in ihrem Leben schief gelaufen ist, aber am Ende „er“ zu ihr stand. Er, das ist Gott. Whitney Houston, die Baptistin aus Newark, hat nie eine Mördergrube aus ihrem gläubigen Herz gemacht. Sie, die aus der Gospelmusik, der Kirchenmusik der Schwarzen kommt, führt ihre Stärke auf Gott und natürlich ihre Familie zurück.

Das Lied ist rein musikalisch gesehen kein großer Streich. In den falschen Händen hätte es eine Nummer werden können, die man einmal angehört und für immer beiseite gelegt hätte. Doch Whitney Houston macht daraus, was sie schon immer zu tun verstanden hat. Sie macht daraus ein Vokalfest.

Unverkennbar, die Stimme. Unverkennbar auch die Tatsache, dass ihre Stimme nicht mehr die ist, die Kevin Costner 1992 „I Will Always Love You“ entgegenschmetterte. Aber es ist immer noch die Stimme, vor der sich alle fürchten. Die Hörer, weil sie zu Tränen gerührt werden. Und die Kolleginnen, weil sie an dieses Niveau trotz vielleicht gesünderer Stimmbänder nicht heranreichen.

Vieles ist anders geworden im Leben der Whitney Houston. Nur musikalisch bleibt sie sich treu. Das Lied ist sauber gesungen, mit vielen hohen Noten (auf den yous natürlich) und einer Zeile, in der sie von falsch eingeschlagenen Wegen singt, die den Hörer für sich ruckartig einnimmt. Dass bei dem ersten „I Look To You“ im Refrain immer ein Bruch bei der hohen Note erfolgt – wahrscheinlich aufnahme- und schnitttechnisch bedingt – stört zwar, ist aber verzeihlich. Die Stimme ist rauer geworden, die Artikulation etwas unpräziser, das Timbre ist aber immer noch einzigartig. Am Ende gibt es dann sogar eine Reminszenz an „I Will Always Love You“.

Es gibt keinen Grund, sich nicht über die Rückkehr der ultimativen Pop-Stimme unserer Generation zu freuen. Das neue Material braucht nicht im Schatten ihrer Diskographie der 80er und 90er Jahre zu stehen. Diese Frau hat noch viel zu sagen und noch viel mehr zu singen.

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Freitag, 24. Juli 2009

I Look to You/Ich baue auf dich

Der Originaltext und die Übersetzung von Whitney Houstons erster Single aus dem gleichnamigen Album

Bevor am 28. August 2009 das langersehnte neue Whitney-Houston-Album erscheint, folgt hier der Text zu der ersten Single daraus. „I Didn't Know My Own Strength“ war nur ein Vorgeschmack, hier kommt der wahre Kracher im Originaltext und Übersetzung. Das Album kan übrigens hier vorbestellt werden.




I Look to You
(Music/Lyrics: R. Kelly)
As I lay me down,
heaven hear me now.
I'm lost without a cause
after giving it my all.

Winter storms have come
and darkened my sun.
After all that I've been through
Who on earth can I turn to?

[Refrain:]
I look to you.
I look to you.
After all my strength is gone,
in you I can be strong
I look to you.
I look to you.
And when melodies are gone,
in you I hear a song.
I look to you.

About to lose my breathe,
there's no more fighting left,
Sinking to rise no more,
searching for that open door.

And every road that I've taken
lead to my regret.
And I don't know if I'm going to make it.
Nothing to do but lift my head

[Refrain]

My levees are broken
My walls have come
tumbling down on me

The rain is falling.
Defeat is calling.
I need you to set me free.

Take me far away from the battle.
I need you.
Shine on me.

[Refrain]

Ich baue auf dich
(Musik/Text: R. Kelly)
Wenn ich mich niederlege,
Himmel, hör mich jetzt.
Ich bin grundlos verloren,
nachdem ich alles gegeben habe.

Winterstürme sind gekommen
und haben meine Sonne verdunkelt.
Nach all meinem Leid,
an wen kann ich mich wenden?

[Refrain:]
Ich baue auf dich.
Ich baue auf dich.
Nachdem alle meine Stärke weg ist,
kann ich durch dich stark sein.
Ich baue auf dich.
Ich baue auf dich.
Und wenn die Melodien verklungen sind,
in dir höre ich ein Lied.
Ich baue auf dich.

Bin dabei, meinen Atem zu verlieren,
es gibt keinen Kampf mehr,
ich falle und stehe nicht wieder auf,
suche nach der offenen Tür.

Und jeden Weg, den ich eingeschlagen habe,
habe ich bereut,
Und ich weiß nicht, ob ich es schaffen werde.
Ich kann nur den Kopf heben.

[Refrain]

Meine Dämme sind gebrochen.
Meine Mauern sind eingestürzt
und sind auf mich gefallen.

Der Regen fällt.
Die Niederlage naht.
Ich brauche dich, um mich zu befreien.

Entführe mich weit weg vom Kampf.
Ich brauche dich.
Strahl auf mich.

[Refrain]

Beachten Sie, dass dies nur eine Informationsübersetzung ist. Für eine sangbare Übersetzung, müsste man in den Originaltext massiver eingreifen.

Mittwoch, 8. Juli 2009

Abschied vom König

Zur Michael-Jackson-Trauerfeier vom 7. Juli 2009

Die Befürchtungen waren, dass aus der Trauerfeier, die dem König der Pop-Musik gedenken sollte, ein kommerzielles Ereignis werden könnte. Stellenweise waren diese Befürchtung auch berechtigt, aber insgesamt wurde auf sehr geschmackvolle Weise Michael Jackson gedacht.

Die ganz großen Stars waren allerdings nicht da. Die engen Freundinnen von Michael Jackson, Diana Ross und Liz Taylor, waren nicht da. Sie wollten für sich privat trauern. Die musikalischen Größen Whitney Houston und Madonna waren ebenfalls nicht da. So blieb der Abend musikalisch unspektakulär. Lediglich Stevie Wonder konnte einen Akzent setzen. Der Auftritt von Mariah Carey verdient Respekt trotz stimmlicher Probleme, aber ihr Kleid war einer Gedenkfeier nicht würdig. Ebensowenig wie das weiße Kleid von Jennifer Hudson.

Auch dass die Tochter von Michael Jackson auf die Bühne geschleppt wurde, um öffentlich an ihren Vater zu erinnern, war nicht angebracht. Es wird hier der Eindruck geweckt, dass Michael Jacksons Kinder dasselbe durchgehen müssen, wie ihr Vater in seiner Kindheit.

Die Reden waren aber im Großen und Ganzen sehr bewegend. Vor allem Rev. Al Sharpton hat rhetorisch eindrucksvoll aufgezeigt, wieso Michael Jackson so wichtig für die Afro-Amerikaner war und mit einem bewegenden Satz Michael Jacksons Kindern zugerufen, dass nicht ihr Vater seltsam gewesen sei, sondern das, was er erleiden musste.

Für Kritiker der Veranstaltung wurde der Musiker zu sehr verklärt. Aber was erwarten sie von einer Trauerfeier? Dass ein Redner sich vorne hinstellt und der Mutter des Verstorbenen ins Gesicht sagt, dass ihr Sohn pädophil ist? Erstens wäre dies die Forführung der vor Gericht abgewiesenen Beschuldigungen und zweitens wäre dies unmenschlich. Und Michael Jackson stand neben seiner Musik vor allem für Menschlichkeit. Darum feiert den König, den er lebt wahrhaftig!

Freitag, 3. Juli 2009

I Didn't Know My Own Strength/Ich kannte meine eigene Stärke nicht

Der Originaltext und die Übersetzung von Whitney Houstons Comeback-Single "I Didn't Know My Own Strength"

Whitney Houston, die größte unter den lebenden Sängerinnen der Pop-Musik bereitet ihre Rückkehr in die Charts und in die Herzen der Menschen vor. Heute ist die erste Single "I Didn't Know My Own Strength" im Internet aufgetaucht. Aus Urheberrechtsgründen verzichte ich auf einen Verweis zu einer Datei, aber das Lied ist zum Beispiel auch leicht auf YouTube per Suche zu finden.

Hier ist aber erst einmal die Lyrics zum Lied und meine Übersetzung ins Deutsche.




I Didn't Know My Own Strength
(Music/Lyrics: Diane Warren)
Lost touch with my soul.
I had no where to turn.
I had no where to go.
Lost sight of my dream.
Thought it would be the end of me.
I thought I’d never make it through.
I had no hope to hold on to.
I thought I would break.

[Refrain:]
I didn’t know my own strength,
and I crashed down, and I tumbled,
but I did not crumble.
I got through all the pain.
I didn’t know my own strength.
Survived my darkest hour.
My faith kept me alive.
I picked myself back up.
Hold my head up high.
I was not built to break.
I didn’t know my own strength.

Found hope in my heart.
I found the light to light
my way out of the dark.
Found all that I need,
here inside of me.
I thought I’d never find my way.
I thought I’d never lift that weight.
I thought I would break.

[Refrain]

There were so many times,
I wondered how I’d get through the night.
I thought [I] took all I could take.

[Refrain]

I was not not built to break.
No, no.
I got to know my own strength.

Ich kannte meine eigene Stärke nicht
(Musik/Text: Diane Warren)
Ich verlor das Gespür für meine Seele.
Ich konnte mich an niemanden wenden.
Ich konnte zu niemandem gehen.
Verlor meinen Traum aus den Augen.
Dachte, das wäre das wäre mein Ende.
Ich dachte, ich würde es niemals schaffen.
Ich hatte keine Hoffnung, an die ich mich klammern konnte.
Ich dachte, ich würde zerbrechen.

[Refrain:]
Ich kannte meine eigene Stärke nicht.
Und ich brach zusammen und ich stürzte ab,
aber ich zerbrach nicht.
Ich habe alle die Schmerzen duchgemacht.
Ich kannte meine eigene Stärke nicht.
Ich überstand meine dunkelste Stunde.
Mein Glaube hielt mich am Leben.
Ich stand wieder auf,
halte den Kopf hoch.
Ich bin nicht geschaffen, um zu zerbrechen.
Ich kannte meine eigene Stärke nicht.

Fand Hoffnung in meinem Herzen.
Ich fand das Licht für
meinen Weg aus der Dunkelheit.
Fand alles, was ich brauche
hier in meinem Herzen.
Ich dachte, ich würde niemals meinen Weg finden.
Ich dachte, ich würde mich niemals von dieser Bürde befreien.
Ich dachte, ich würde zerbrechen.

[Refrain]

Es gab so oft Augenblicke,
in denen ich mich gefragt habe, wie ich durch die Nacht kommen soll,
dass ich nichts mehr hinnehmen könnte.

[Refrain]

Ich bin nicht geschaffen, um zu zerbrechen.
Nein, nein.
Ich muss meine eigene Stärke kennen.

Beachten Sie, dass dies nur eine Informationsübersetzung ist. Für eine sangbare Übersetzung, müsste man in den Originaltext massiver eingreifen.