Whitney Houston singt "I Look To You" bei "Wetten, dass ..?" am 03. Oktober 2009Was macht einen großen Gesangsauftritt aus? Stimme? Musikalität? Bühnenpräsenz? Die Atmosphäre? Die Musik an sich? Wenn alles zusammenkommt, dann kann es sich nur um Whitney Houston handeln. Am Samstag durfte Whitney Houston bei Thomas Gottschalk beweisen, wieso sie immer noch die Messlatte für alle Sängerinnen ist.
Für einen weißen Hosenanzug hatte sich die Sängerin entschieden. Nicht für ein elegantes Kleid, das dem Wesen der Ballade auf den ersten Blick eher entsprochen hätte. Doch Kleidung spielt bei dem Lied, das ein Glaubenbekenntnis, eine Läuterung ist, keine Rolle.
Viel Schlechtes wurde über den Auftritt der US-Sängerin geschrieben. Vieles davon war erfunden, gedeutelt oder einfach niederträchtig. Denn was Whitney Houston an dem Abend in Freiburg geleistet hat, war nichts weniger als eine Wiederkehr einer von Vielen längst Abgeschriebenen.
Sie sang das schwierige, von R. Kelly komponierte Lied "I Look To You" mit aller Inbrunst, mit dem Gefühl, das es verdient. Der Auftritt sollte auch beweisen, dass ihre Stimme nicht zerstört ist, wie es von Vielen geschrieben wurde. Sie meisterte die hohen Töne in der Kopfstimme nicht ohne Anstrengung, aber sie meisterte sie. Wenn man genau hingehört hat, hörte man auch bei ganz alten Auftritten der Sängerin, dass ihr das Singen nie so einfach gefallen ist, wie man zu hören glaubte. Singen ist immer auch Arbeit und es war eine Arbeit der Liebe am 3. Oktober. Die Sängerin nahm schon hinter der Bühne Kontakt zu ihren Fans auf, die zahlreich, aber nicht in Überzahl erschienen waren.Das, was Vielen als seltsames Benehmen aufgefallen war, war ganz klar als Nervosität, gelöste Spannung und Zurechtfinden mit der Dolmetschsituation zu verstehen. Die Sängerin, die nach eigener Aussage die Drogensucht hinter sich gelassen hat, ist wie viele andere Stars (so auch Michael Jackson) ein eher schüchterner und introvertierter Mensch, dem es viel Kraft abverlangt das Gegenteil in der Öffentlichkeit darzustellen.
Das Einzige, was aber zählt, ist, dass sie endgültig als Livesängerin zurück ist. Dies ist ein Triumph für die Afroamerikanerin und ihre Fans über die Presse und die Öffentlichkeit, die an eine Wiederauferstehung nicht mehr geglaubt und darauf auch nicht gehofft hatten. Dass die Unterlegenen diesen Triumph nicht ohne Widerstand anerkennen würden, ist ebenso logisch wie unmenschlich. Ein Triumph ist es dennoch!

1 Kommentare:
Whitney Houston ist eine geniale Sängerin. Ihre Stimme ist zauberhaft, die Lieder...einfach klasse!
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