Nachruf
Die Welt hat ihren größten Star verloren. Michael Jackson starb am 25. Juni in Los Angeles. Er war wahrscheinlich der größte, berühmteste Star, den die Welt je gesehen hat. Er, der das Wohl der Erde zu seiner persönlichen Verpflichtung erwählt hat, war in dem ärmsten, in dem entlegensten Ort noch ein Star. Dies hat er als Afroamerikaner, dem nun wahrlich nie etwas leicht gemacht wurde, alles seiner einmaligen Musikalität zu verdanken. Sein Vater hat ihn ins Rampenlicht gezehrt und ihm damit seine Kindheit genommen. Aber den Ruhm hat er alleine erarbeitet.
Bei Motown war er mit seinen Brüdern eine wichtige Stütze der Plattenfirma. Ab Ende der 70er hat er mit seinen Rhythmusknallern einen eigenen Stil geprägt, bevor er dann mit „Thriller“, dem meistverkaufte Album aller Zeiten, endgültig zum Megastar wurde. Alles, was danach kam, konnte nicht mehr an diesen Erfolg heranreichen, aber sein Ruhm stieg kontinuierlich und seine Musik blieb auf höchstem Niveau.
Mag er für die Schmeissfliegenpresse angesichts eines turbulenten Privatlebens (die Vorwürfe wegen Kindesmissbrauch haben ihm stark geschadet, er wurde aber vor Gericht freigesprochen) und der häufigen plastischen Operationen nur Futter gewesen, für Freunde der guten Pop-Musik war er nicht der selbsterklärte, sondern der wahre „King of Pop“. Deswegen schließe ich mich Whitney Houston, die Michael Jackson vergöttert hat und umgekehrt, an, die ganz schlicht, aber umso ehrlicher formulierte : „Ich bin voller Trauer.“ ("I am full of grief.")

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