Sonntag, 17. Mai 2009

Merci, Patricia Kaas!

Zum achten Platz von Frankreich beim Eurovision Song Contest 2009 in Moskau

Es gibt Momente, da wächst ein Künstler über sich hinaus und man versteht endlich, was man vorher nur gefühlt hat. Am 17. Mai war so ein Moment. Der Moment, in dem Patricia Kaas die Bühne der Olympia-Arena in Moskau betrat und anfing ihren Grand-Prix-Beitrag "Et s'il fallait le faire" zu singen. Ihre Präsenz, ihre großartige Stimme fesselte von der ersten bis zur letzten Sekunde. So eine souveräne, so eine – im wahrsten Sinne – große Leistung hat dieser Wettbewerb selten – ich behaupte nie – gesehen. Man verstand: Diese Frau ist ein Heiligtum – nicht nur Frankreichs, nicht nur Deutschlands, nein, ganz Europas!

Dass Frau Kaas am Ende nur den achten Platz belegte, ist nicht so tragisch. Erstens durfte man bei einem Publikum, das vergangenes Jahr den schlechtesten Beitrag und 2006 eine als Monster maskierte Heavy-Metall-Band zum Sieger gewählte hat, Schlimmeres erwarten. Dass es aber doch nur für einen Platz hinter der unerträglichen Ballermannhymne aus Griechenland gereicht hat, tut dann doch etwas weh.

Trotzdem war es richtig, dass Patricia Kaas an diesem Abend aufgetreten ist. Nötig hätte sie es nicht gehabt, nein. Aber sie hat das richtige Signal gegeben: Auch bereits etablierte Künstler dürfen und sollen bei diesem Wettbewerb auftreten. Und wenn es dann nur für den achten Platz reicht, dann ist eines doch gewiss: Seit dem Abend gibt es nicht weniger, sondern noch mehr Patricia-Kaas-Fans. Und das macht die Welt ein bisschen schöner.

Deswegen: Merci, Madame Kaas, für die Gänsehaut! Merci, Madame Kaas, für das schöne Lied! Merci, Madame Kaas, dass sie sich nicht in die dümmlichen „Danke, Moskau!“-Rufe verfallen sind! Merci, Madame Kaas, dass man bei Ihnen immer spürt, dass sie auf der richtigen Seite stehen! Bei Ihren Fans, bei den Menschen, bei uns. Merci, Madame Kaas!