Wenn eine Künstlerin sich weiterentwickelt, neue Wege geht und immer wieder ihren Rang verteidigt, dann verdient das Anerkennung. Und trotzdem geht von den Aufnahmen der Anfangszeit eine Magie aus, die nie mehr wieder so spüren sein wird. Whitney Houston ist so ein Fall. Natürlich war „I Will Always Love You“ und „The Bodyguard Soundtrack“ ihre erfolgreichste Single bzw. Albumproduktion und ganz sicher haben all ihre Alben eine eigene Faszination, aber doch ist “Whitney Houston” das wundervollste und ergreifendste Album in der Karriere der Künstlerin.Damals 1985, als das Album herauskam, war die Sängerin noch recht unbekannt und niemand wusste, welchen Weg sie gehen würde. Aber als Tochter der Universalsängerin Cissy Houston hatte sie von Anfang an einen guten Stand bei Kritik und Publikum. Nach einem langsamen Start entwickelte sich das Album in den USA zum erfolgreichsten Debütalbum alle Zeiten und hält diesen Rekord bis heute.
Die erste Singleauskopplung „You Give Good Love“ platzierte Whitney Houston als feinsinnig-erotische Pop-„Croonerin“ (dieses Bild sollte sich erst Ende der Neunziger ändern). Die drei Nummer-1-Hits des Album rangierten von einer altklugen Ballade („Greatest Love Of All“) über ein gesungenes postpubertäres Liebesbriefchen („Saving All My Love For You“) bis zu einer jugendlichen Hüftschwungnummer („How Will I Know“). Die zwei Duette mit Jermaine Jackson (“Take Good Care Of My Heart” und „Nobody Love Me Like You Do“) sind souverän, das Duett mit Teddy Pendergrass allerdings ist einmalig und ein Höhepunkt in der Geschichte des Duettgesangs. Die restlichen drei Lieder („Thinking About You“, „Someone For Me“ und „All At Once“) reihen sich nahtlos ein in das Albumkonzept und machen diese Platte zu etwas ganz besonderem. So weist das Album zwar keine Schwachstellen auf, aber „Greates Love Of All“ und „Hold Me“ ragen ganz eindeutig heraus. Für schöne Stunden allein, für schöne Stunden zu zweit und vor allem auch für abgeschiedene traurige Stunden.

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